Arno Schmidt: Hat unsere Jugend noch Ideale?

‹Ideal› – auch eines jener, uns um eine entscheidende Spur zu oft offerierten großen Worte, die uns so unglücklich machen!

Und zwar deshalb, weil sich die meisten davon in späteren Jahren als absurd, wenn nicht gar gemeingefährlich entpuppen – etwa das ‹Ideal› des ‹Helden›; harmlosestenfalls hohle Nüsse, mit Spinnweben gefüllt.

Wenn ich der Truggestalten gedenke, die man erzieherischerseits an den Horizonten meiner Jugend als ‹Ideale› herumspuken lassen wollte – der ‹Mannhaftigkeit›, die sich dann grinsend als reinrassige Brutalität demaskierte; oder des ‹Genies›, des angeblich so schändlich begabten, daß es kaum noch zu arbeiten brauchte; und all das verkündet von dubiosesten Gehrockträgern – wenn ich all das bedenke, könnte ich nur begrüßen, wenn unsere heutige Jugend nicht mehr mit Idealen gefoppt würde; nicht mehr wertvolle Stunden mit dergleichen süßen Nichtigkeiten vertäte. Wenn!

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