Schatten von Grau

Die gute Nachricht gleich vorweg:
Deutschlands Damen lesen wieder.
Doch nur ein einzges Buch – oh Schreck!
Und das fährt ganz schön in die Glieder.

Wohin ich dieser Tage schaue:
Frauen fordern wieder Fesseln.
Und alle wollen Popohaue.
Sie lesen: Sex muss richtig kesseln.

Hausfraun, die sonst nie genießen,
erklimmen untertänigst Hügel
serviler Leidenschaft, zerfließen
im Bett nach einer Mordstracht Prügel.

Schon raunen die Emanzen: „Hey!
Das ist Sexisten-Tyrannei!“
Doch Frauen lieben „Shades of Grey“,
Teil 1, und bald auch 2 und 3.

Das Weib von heute fleht um Keile.
Es spricht: „Glaub nicht, dass ich dich poppe
ganz ohne Handschelln. Langeweile
vertreibst du mir mit Vorspiel-Kloppe

auf dem Klavier und in der Wanne.
Und ist der Schmerz auch noch so klein,
devot sein will ich, volle Kanne!
Hier bin ich Frau, hier darf ich’s sein.“

Sie lässt nur jemand an die Wäsche,
der Bondage mag und Knotenschnüre.
Sie wünscht sich geile Peitschendresche
so wie in ihrer Sex-Lektüre.

Den Männern wird das aufgezwungen.
Wie immer – sie solln Herren sein!
„Tja!“ seufzt da mancher notgedrungen
und langt der Gattin eine rein.

So tragen Damen als Bijou
mit Stolz die neuen Liebesspuren:
am Auge „Shades of Purpleblue“.
Das ist die Macht der Litraturen!

2 Gedanken zu „Schatten von Grau

  1. War’s drin? Also „drin“? Oh, mir wird janz anders. Aber wie immer: perfetto!
    Heute hat mir eine Schülerin den Quark allen Ernstes als Schullektüre andrehen wollen (?!).

    1. It was in. Thanks. (Perfetto bis auf ein oder zwei weiche Druckstellen, find ich. Nun ja …)
      Will die Schülerin Dir ganz etwas anders mitteilen, das dumme Huhn? Der Schulpsychologe wird helfen.

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