Übergang

Es holt der Sommer sich Absolution.
Einmal noch zeigt er, was er kann. Im Streite
will er nicht von uns gehn. Um Haaresbreite
glaubt man an seine Reinkarnation:

Die Wolken treten einmal noch zur Seite.
Zwei, drei, vier Strahlen. Warmer hoher Ton.
Ein letztes Lächeln. Ein „Ich komm ja schon!“.
Dann ist er fort. Der Sommer sucht das Weite.

Jetzt also Übergang. Nicht Fleisch, nicht Fisch.
Man sagt, dies sei die Zeit nun für Gedanken.
Ich denk: So wie paar Herren prahlerisch

in Tshirts draußen Sonnenreste tanken,
sorgt im Café für bald manch leeren Tisch,
dank erster Kühle, fröstelndes Erkranken.

3 Gedanken zu „Übergang

  1. Der Übergang findet gerade statt, die Viren wandern vom Rachen in die Nase – auch mein Tisch bleibt leer.
    Danke für das schöne Programmheft und das die Virenmigration begleitende schöne Gedischt – Tschii!

    1. Oh, da wünsch ich beste Besserung. Ist die ein weiterer Beweis für die Macht der Literatur? Dann will ich wacker ein paar Zeilen mir ausdenken zur Genesung.
      Es folgen noch ein Zeitungsausschnitt mit Programmankündigung per Post – und beste Grüße hier: Beste Grüße!

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