Für ein hier nicht anwesendes Bild

Der Journalist schraubte den Graufilter vors Objektiv, zog ein letztes mal kurz an seinem viel zu weit abgerauchten Glimmstengel und startete den letzten Versuch, das alte 1976er Siegerehrungsbild im Bilderrahmen an der Wand zu fotografieren. Diesmal musste es klappen. Er hielt kurz den verraucht riechenden Atem an und konzentrierte sich. Aus irgendeinem Grund fiel ihm dabei seine Mutter ein. Egal. Auf dem Film gab es nur noch ein einziges unbelichtetes Negativ, seine letzte Möglichkeit. Sein Schnurrbart zuckte, während er noch einmal nachfokussierte … Klick! Scheisse, schon wieder verrissen, wieder nur dieser Blumenstrauß. 36mal das gleiche. Fuck! So konnte er seinem Chefredakteur nicht unter die Augen treten. Er drückte den Zigarettenstummel in den Aschenbecher. Und jetzt?

Das zugehörige Bild gibt’s hier.

Ein Gedanke zu „Für ein hier nicht anwesendes Bild

  1. Tja…jetzt noch einen Film besorgen und weiter versuchen. 🙂

    Letztens erst habe ich meine alte Kamera mit Objektiv gefunden und weiß, wie schwer es ist etwas damit abzufotografieren. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.