Immer wieder freitags

Eine Frau stoplert über ihren Hund.

Die Feuerwehr macht eine Probefahrt durch die aufgebauten Karussels und Verkaufsbuden.

Die Eiscafebedienung erhält einen Anruf und beginnt nach dem „Hallo“ in den mit schiefgelegtem Kopf gehaltenen Hörer zu lächeln, zähnebleckend.

Ein Kind drückt die Nase ans Fenster und lächelt wie blöd.

Ein Mann spricht leise vor sich hin, dreht sich im kalten Schatten um sich selbst.

Eine Frau mit struppigem Haar geht in der Tür einer schmucklosen Boutique verloren.

Ein Mann verschwendet Jahre seines Säuferlebens vor dem Fahrkartenautomaten, unfähig zu verstehen, wieso der mir antwortet, aber nicht ihm.

Sechs Frauen gackern: was Frauen halt so gackern, wenn sie angetrunken ins All-inclusive-Wochenende propellern.

Ein müder Mann steigt aus der Lok, schlurft zum Telefon und schleicht zurück ins Führerhaus.

Zwei Männer, gelbbewestet, rauchen in der Sonne, beaufsichtigen eine Baustelle auf der nichts geschieht, geben ungelenke Antworten, telefonieren.

Ein Mädchen, dünn und unausgeschlafen, möchte sich umbringen und sitzt nun vor der Liste mit Namen der Leute, denen sie noch etwas mitteilen möchte und bleibt schon beim ersten Namen hängen, da kommt sie nicht weiter, das wird wieder nichts diesmal und sie weint.

Eine schöne Frau nach der anderen. Eine jede mit Glitzerstaub auf den Schultern auf der Jacke auf dem Mantel dem Haar.

Der Mann im Himmel ruft „Schlier, schlier, schlier!“ und gießt sein Aquarellbecherchen aus.

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