Auf ein Wort, Herr Sommer!

He! Hallo! Sommer! Sag dem Herbst,
er kann sich sein Erscheinen sparen.
Die Blätter kann er oben lassen dieses mal.
Ich glaubs ihm eh nicht. Und sein peinliches Gebaren,
die ganze Indian-Summer-Show, die ist doch an den Haaren
herbeigezogen. Mich kann er nicht ins Sehnsuchts-Bockshorn jagen.

Und wenn du schon dabei bist, Sommer:
Der Winter muss sich keine Mühe geben.
Ist mir egal, ob er es arktisch eisig macht,
ob er mich peitschend schneeberegnet. Kein Ergeben
kann er von mir erwarten dieses Jahr: Ich werde schweben,
warm und von mir selbst erhitzt seit Wochen, Monaten und Tagen.

Ach, und Kollege Frühling braucht
erst gar nicht zu aufzutauchen, dieser Clown.
Er kann sich seinen ganzen Scheiß schön sparen,
von wegen Knospen, Blüten, blaues Band. Der soll sich traun
von frischem Grün mir vorzuschwärmen, dieser Liebesfaun.
Vergebne Müh! Mich hats schon volles Rohr erwischt, ganz ohne Fragen.

Jetzt weißt Du’s, Sommer. Im Vertraun:
ich bin verliebt und werd es auch schön bleiben.
Ich brauche nicht den Herbst und nicht den Winter,
schon gar nicht diesen Frühling, um mich zu beweiben.
Das, was ich brauche, ist Dein schlichtes Sommer-Liebestreiben.
Denn was ich Mund auf Mund besitz, kann ich getrost nach Hause tragen.

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