Angekommen

Freunde werden langsam älter.
Und am Tisch, man ahnt es schon
werden die Gespräche kälter.
Nicht mehr geht’s um Mindestlohn,

nicht um Solidaritäten,
nicht um die Gerechtigkeit,
nicht um Abgeordnetendiäten,
nicht um Klassenkampf und Streit.

Nein, es dreht sich mehr um Sachen
wie die Yogastunde, Kerzen,
darum, was die Kinder machen,
dass der Werner was am Herzen,

dass die Küche von IKEA,
das die Hochzeit schön gewesen,
dass der Rolf ein Fraunversteher,
– ja, wir gehn noch zum Chinesen.

Werner spielt jetzt Saxophon?
Zweimal Urlaub muss schon sein!
Und Tatjana, weißt Du schon?
Ja, ich weiß. Will noch wer Wein?

Possierlichkeit und Biedermeier,
hoppsa he! – da sind sie ja.
Lang vergessnes Rumgeeier
um Banales – wunnerbar.

3 Gedanken zu „Angekommen

    1. Der Digestif (schweizerisch: „Verdauerli“) ist erst in der bearbeiteten Version aufgetaucht. Zusammen mit dem Orthografiefehler am Ende seiner selbst. Gegenfrage: Hat das Fräulein nun ein taz-Abo oderwieoderwas?

      1. Nee, hat se nicht. Vielmehr liegt ein Café, dessen Mitinhaberin die taz bezieht, donnerstags so günstig auf dem Nachhauseweg. Da ist sie dann eine willkommene Kakaobegleiterin.

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