Gott grüß die Kunst

Es gab ja auch Zeiten, in denen ich was Richtiges gearbeitet habe. Mitte der Achtziger zum Beispiel war ich Aushilfe in der Zeitungsmontage des Lokalblättchens. Damals klebte man die Seiten noch aus Papier zusammen, wir mussten also den ganzen Tag lang schneiden, kleben, montieren und wieder schneiden, kleben und – Bier trinken. Aus liebgewonnener Tradition wurde von den beteiligten Schriftsetzern damals dermaßen viel getrunken, dass wir nach einer besonders gelungenen Tagesschicht dem launigsten Kollegen mit dem dicksten Tesafilmballen am Bart und den meisten Messerverletzungen an den Fingerspitzen gern schon mal bestätigten, er arbeite heut aber mal wieder in der Form seiner Leber.

Ein Gedanke zu „Gott grüß die Kunst

  1. Als Schüler habe ich einmal in den Sommerferien in einer Sanitär-Keramikfabrik in der Verladung gearbeitet. Ich wurde einem türkischen Vorarbeiter zugeteilt, das war gut, denn der war als einziger nicht bereits um 8.30 Uhr betrunken. Seine deutschen Kollegen besorgten sich Wörterbücher, um herauszufinden, was „schwuler Esel“ auf türkisch heisst. Zum Abschied schenkte er mir eine kupferne Vase.

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