Selbstanzeige

Schatz, die Beichte fällt mir schwer.
jahrelang hab ich gelogen.
Du, ich habe dich betrogen:
Ich hatte Kapitalverkehr!

Ich hab es mit der Schweiz getrieben,
ich steckte tief in Luxemburg.
Auch in Vaduzens Bankenburg
bin ich oft über Nacht geblieben.

Wenn du im Morgengrau noch gähntest,
bin zu den Caymans ich geschwommen.
Ich bin in Banktresorn gekommen,
wenn du mich auf der Arbeit wähntest.

Betrug dich steuerfrei in Laken
voll Aktien und Staatsoptionen.
Begehrte Steuerniedrigzonen
und schnackselte mit Schwarzgeldkraken.

Ich mopste mir die Birne weich
mit Zypern, und mit Panama.
Ich bin nicht stolz drauf, was geschah:
Ich tats sogar mit Österreich.

Glaub mir, es war nur Steuerflucht.
Mir dir hatte das nichts zu tun.
Es war wie ein Hormontaifun:
Es war die Fuck-your-money-Sucht.

Doch jetzt ist Schluss. Und völlig offen
leg ich dir meine Sünden dar.
Jetzt weißt du, wer ich wirklich war.
Sag, darf ich auf Vergebung hoffen?

Wenn ich dir dies Geständnis sage,
wirst du mir dann nochmal verzeihn?
Echt!? Wirklich? Du bist wieder mein?
Wie schön! Nur schnell noch eine Frage:

Sag, kannst du mir ’nen Fuffi leihn?

2 Gedanken zu „Selbstanzeige

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