Natürlich muss man Helmut Schmidt nicht mögen.
Man muss ihn aber auch nicht lieben.
Archiv der Kategorie: Geschrieben
Vom Parvenü und Möchtegern
(was machen eigentlich die Herren Schmitz und Glaesecker?)
Zwei feiste Herrn mit wenig Haaren:
Kim und Olaf, die zwei Racker.
In bessren, buntren Zeiten waren
sie klasse als Problemeknacker.
Der eine war für Nerds und User
der Downloadheld von Onanisten,
der andre Ausputzer und Schmuser
für Chefs in Richtung Journalisten.
Kim machte Geld für seine Villen
mit Servern. Internet und so.
Der Olaf war dem Chris zu Willen
und folglich lebte er auch so:
Wo jener nämlich zig Millionen
verprasste für ein Jet-Set-Leben,
sprach dieser bloß vor Mikrofonen
und blieb doch in Hannover kleben.
Kim brauste rum auf seinen Yachten,
der Olaf fuhr im Wahlkampfbus.
Kim schlug die Superpartyschlachten,
beim Olaf war nach drei Bier Schluss.
So unterschiedlich beide sind:
sie wollten beide mehr und viel.
Der Kim als dickes, lautes Kind,
der Olaf unsichtbar servil.
Sie zogen beide, nicht ganz sauber,
ihr Ding durch. Kim mit dicker Hose,
Olaf als Staatsmann ohne Zauber.
Erst Mann fürs Böse, dann Mimose.
Der Kim muss jetzt in Auckland schmoren:
Gefängnis. Olaf räumt die Polizei
Büro und Wohnung aus. Verloren
und abgetaucht. Schluss, aus, vorbei.
So sind sie beide – Parvenü
und auch der Möchtegern – erledigt.
Was sie mal warn, ist nun perdu
sie taugen bloß noch für die Predigt.
Und die Moral von der Geschicht?
Was bleibt von ihnen, noch in Jahren?
Vielleicht nur hier dieses Gedicht
von feisten Herrn mit wenig Haaren.
Von der Unentschiedenheit
Das Jahr beginnt bis jetzt doch sehr bescheiden.
Es weiß so irgendwie nicht, was es will.
Es kann sich beispielsweise nicht entscheiden,
ob es nun Februar sein soll – oder April.
Erst war der Winter weich und sanft für Luschen,
jetzt plötzlich ists ein Winter für die Harten.
Erst sah ich Kuckucke im Sommerfell rumhuschen,
jetzt stürzen halbvereiste Amseln in den Garten.
Noch Anfang Jänner gingen Leut’ halbnackig.
jetzt sitzen gutbepelzte Mützen tief.
Man zittert, steht steif rum und geht sehr zackig,
sehnt sich nach Winterschlaf, als Bär, der seelig schlief.
Was soll das? Kann denn niemand mehr was richtig?
Nicht mal der Winter? Was läuft hier verkehrt?
Ein bißchen mehr Entschiedenheit wär wichtig.
Ich bleib solang im Bett, bis sich das klärt.
Am Nebentisch gelauscht
Ich mach dir Orgasmen
am Abend um sieben.
Du machst mir Orgasmen
am Abend um Acht.
So sind wir um Neun
dann ganz weich und zerrieben
und lächeln. Und freun
uns ganz leis’ in die Nacht.
Die Wahrheit über’n Alten Fritz
Mein Schäferhund heißt Alter Fritz
Er macht auf mein Kommando Sitz.
Er ist sehr preußisch, sehr devot
und riecht als wär er lang schon tot.
Dreihundert Hundejahre alt
und immer noch die Nase kalt!
Es geht ihm gut. Ganz ohne Sorgen
verschläft er sich vom Heut ins Morgen
Mein Kätzchen auch. Ganz sans souci
schnurrt sie durchs Leben. Aber nie
käm ihr der Wunsch, sie stünd parat
als erster Diener mir im Staat.
Der Fritz, die alte Doofkartoffel
holt mir am Morgen den Pantoffel.
Wenn ich dann sage: Königlich!
dann macht er mir den Friederich.
Die Katz dagegen wär entehrt!
Sie tut sich mit Gehorsam schwer
und wirkt beruhigt aufgeklärt.
Ich hab sie neu getauft: Voltaire.
Das Bürgermeister-Lied · Teil 3 und Schlussi
Wahrlich ich sage Euch, sperret auf die Augen und Ohren.
Jetzt ist die Hoffnung schon zwei Jahre Bürgermeister,
hat unsre Stadt mit ihrer starken Hand regiert.
Man spürt den neuen Wind, und Volker Fleige heißt er.
Es ist in dieser langen Zeit … nicht viel passiert.
*
Auf Wikipedia hat er nun seine Seite,
auf facebook schreibt er täglich seine heißen News.
Er ist jetzt prominent – und wie ich prophezeite
ist alles, was er tut sehr … seltsam … und ….abstrus.
*
Die andern Städte sind auf uns schon eifersüchtig.
Die hätten auch gern so nen tollen Typ wie ihn.
Einen wie Volker, der so … mediengeil und … süchtig
den Bürgermeister … spielt … als … eitlen Harlekin.
Refrain
Seit Volker Bürgermeister ist,
wird ein Sportplatz schnell zum Parkplatz – Weiße Streifen für viel Geld!
Seit Volker Bürgermeister ist,
gibt˛s den Bahnhof nur noch halb – Halb so gut!
*
Seit Volker Bürgermeister ist,
ist im Ratssaal alles super – Ganz schön öder Einheitsbrei
Seit Volker Bürgermeister ist,
macht so manche Schule dicht – Jetzt ist Schicht!
Er spricht mit Jugendlichen, stellt sich ihren Fragen.
Sie reden von Problemen, Sorgen, ihrer Welt.
Er reibt den Bart und nickt. Er hört, was sie ihm sagen.
Tun wird er … gar nichts, … denn für sie … hat er kein Geld.
*
Er sagt nur: sparen, sparen, sparen, immer sparen.
Und dann noch weiter sparen, einfach immer mehr.
Er spart sehr gern, da ist er stets gut mit gefahren
… er sparte sich schon … Hirn und Herz … und Birne leer
*
…
…
…
… Volker kann mich mal.
Refrain
…
… – Wir er-starrn in Le-thar-gie
…
… – Menden, ciao!
*
…
… – Er killt unsre Phantasie.
…
… – …
Das Bürgermeister-Lied · Teil 2
Wahrlich, heut ist er uns geboren, Ihr Beladenen.
Mit seiner Wahl erhellen sich unsere Mienen.
Wir Volkerwähler habens richtig heut gemacht.
Mit Volker haben wir jetzt den, den wir verdienen.
Die Schönheit unsrer Stadt hat sich verhundertfacht.
*
Er ist gut angezogen, immer erste Sahne.
Er trägt Klamotten nur aus Menden, erste Wahl.
Man merkt, sein Äußeres, das ist ihm nicht Banane.
Mit seinem Aussehn ist er Mendens Kapital.
*
So schlägt er andre Bürgermeister stets um Längen.
Schnurz ob aus Hemer, Unna oder Iserlohn.
Er ist jetzt unser König, lässt uns nie mehr hängen
und hier und heute ist die Inthronisation.
Refrain
Jetzt, wo er Bürgermeister ist,
macht Volker Menden wieder schöner – Alle sehn gut aus wie er!
Jetzt, wo er Bürgermeister ist,
schenkt Volker allen einen Bart – Bart ist smart!
*
Jetzt, wo er Bürgermeister ist,
werden Sakkos wieder bunter – Die legt Vati ihm dann raus!
Jetzt, wo er Bürgermeister ist,
ist Menden schöner als Paris – Ach, Pa-ris!
Mit Volker muß man gar nicht lange diskutieren,
das könn’ wir uns jetzt sparen, er weiß ja Bescheid.
Was soll man mit ihm streiten? Man kann nur verlieren.
Er ist halt schlauer als wir– und das ist all right!
*
Wir müssen nicht mehr streiten über wichtge Dinge.
Wir können sorglos sein, denn Volker ist ja da.
A46, Schulen, Parkhaus – seine Schwinge
breitet er über uns jetzt aus, wie ein Papa,
*
Er geht im Osten auf, im Westen geht er unter.
Er ist in unsrer Welt ganz klar der Mittelpunkt.
Er steht hoch oben, alle andern ganz weit drunter
Als Bürgermeister ist er jetzt der Wendepunkt.
Refrain
Jetzt, wo er Bürgermeister ist,
wird Volker alles für uns regeln – Jetzt wird der Himmel wieder blau!
Jetzt, wo er Bürgermeister ist,
wird endlich alles richtig gut – Gut tut gut!
*
Jetzt, wo er Bürgermeister ist,
schmilzen Sorgen in der Sonne – Wir wolln nur noch glücklich sein!
Jetzt, wo er Bürgermeister ist,
wollen alle sein wie er – Volker Yeah!
Das Bürgermeister-Lied · Teil 1
Lobpreiset ihn, Ihr Hoffenden
Er ist die Lichtgestalt, die Königin der Herzen,
er ist wie Herkules, ein Typ wie ein Vulkan.
Er ist der Mann für alle Fälle, und zu Scherzen
ist er stets aufgelegt, der süße Scharlatan
*
Er ist ein Guru, schwebt wie Buddha über Kohlen,
ist unser Retter und dazu schön wie Apoll.
Bald schon wär Menden Nr.1 der Metropolen.
wenn man ihn machen ließe. Mensch, das wäre toll.
Refrain
Wenn Volker Bürgermeister wär,
würde Menden neugeboren – Endlich wird aus Menden was!
Wenn Volker Bürgermeister wär,
würde Menden wieder schön – Schön wie er
*
Wenn Volker Bürgermeister wär,
wär in Menden alles möglich – Wünsch Dir was!
Wenn Volker Bürgermeister wär,
würden Träume Wirklichkeit – Komm, wach auf!
Wo Volker Riese ist, sind alle andren Zwerg,
egal wieviel die wissen – er weiß ja viel mehr!
So war er damals schon, als Kind in Fröndenberg:
In seinem Kopf fliegt alles blitzschnell hin und her.
*
Er ist ne Spitzenkraft für Akten und Verwaltung,
hat alle Mordsprobleme unsrer Welt studiert.
Er kennt sich aus mit Erderwärmung und -erkaltung,
hat jede Lösung, jede Antwort, garantiert.
Refrain
Wenn Volker Bürgermeister wär,
wäre Bambi noch am Leben – Alle Kinder wären froh!
Wenn Volker Bürgermeister wär,
wär Pinocchio noch aus Holz – Fichtenholz
Wenn Volker Bürgermeister wär,
hießen Teletubbies Vincenz – Alle rufen dann: „Nochmal!“
Wenn Volker Bürgermeister wär,
wär Schneewittchen seine Braut – Komm, sag „Ja!“
gerumpeltes Stilzchen
heute lauf’ ich
morgen dicht’ ich
übermorgen mach’ ich der königin ein kind
Was soll’s!?
Manchmal ist’s so: Es wird minütlich schwerer.
Das Schreiben schwächelt stark, ist gegen nichts gefeit.
Gedichte werden dann nicht leicht – nur leerer,
und Zeilen breit.
Nichts wird dann richtig fertig, nichts beendet,
nichts geht dann im Galopp und lustig scharf voran.
Nichts will entstehn, das einen Trost mir spendet
und gut sein kann.
Kein Witz steckt drin, mich leidlich zu bespaßen,
Epos und Poesie sind schändlich arg verknappt.
Kein Endreim will dann richtig sauber passen,
kein Versmaß klappt.
Dann bleibt mir nur: halbwegs zuende schreiben
und einfach Schluss damit, und hoch das Kinn und stolz.
Ist eh egal, hiervon wird ja nichts bleiben.
Also, was soll’s!?